Freude über Spende für Tiny Forest

Schwetzinger Zeitung 21.02.2026

Umweltverein:  Hauptversammlung zeigt die umfangreichen Aktivitäten bei Themen wie Natur-, Tier- und Artenschutz

bild der übergabe einer baumhasel für den tiny forest

Bettina Hauck (v. l.) und Klaus Triebskorn bekommen von Armin Komenda (EWS) eine Baumhasel für den Tiny Forest überreicht | Bild: Jan Brock

 

Brühl. 

In diesem Jahr wird er fünf Jahre alt, der Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Themen Klimawandel, Umweltschutz, Natur- und Artenschutz nicht nur zu diskutieren, sondern konkrete Maßnahmen zu planen und dabei auch selbst Hand anzulegen.

Bei der jüngsten Versammlung des Brühler Umweltvereins blickte der Vorsitzende Klaus Triebskorn ausführlich auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres zurück und machte deutlich, wie vielfältig und engagiert die Arbeit des Vereins inzwischen ist.

Zu den Höhepunkten zählte das erfolgreiche Pflanzkisten-Projekt ebenso wie mehrere gut besuchte Vorträge, etwa über Igel oder Fledermäuse. Besonders gefragt waren die Fledermausführungen: Eine öffentliche Veranstaltung lockte rekordverdächtige 125 Besucher an.

Als Teil des Kinderferienprogramms wurde die Führung sogar ein weiteres Mal angeboten. Darüber hinaus beteiligte sich der Umweltverein an weiteren Ferienprogrammveranstaltungen und organisierte zahlreiche Aktionen im Umweltgarten.

Besonders hervorzuheben ist die Hochbeete-Aktion. Zunächst wurden die Hochbeete gemeinsam zusammengebaut, anschließend von Interessierten übernommen und seither im Umweltgarten bewirtschaftet.

Hinzu kamen diverse zwanglose und gemütliche Treffen im Garten, ein Wandergottesdienst der evangelischen Kirche samt Bläserkreis zu Gast im Umweltgarten sowie die Beteiligung am Gemeindefest der Evangelischen Kirche mit einem Vortrag zum Thema Wasser. Auch das Pflanzen von 14 Bäumen hinter dem Friedhof Brühl gehörte zum umfangreichen Jahresprogramm. „Die Ideen gehen uns nicht aus“, betonte Triebskorn.

Liste auf 445 mögliche Standorte gewachsen

Große Aufmerksamkeit widmete der Vorsitzende zudem der stetig wachsenden Liste mit inzwischen 445 konkret benannten Standorten für Baumnachpflanzungen im Gemeindegebiet. In aktualisierter Form überreichte er sie im vergangenen September erneut in der Gemeinderatssitzung. Der Verein führt diese Liste kontinuierlich fort – auch Bürgerinnen und Bürger können dem Verein mögliche Baumstandorte melden.

Sämtliche Plätze werden zunächst von Vereinsmitgliedern überprüft und anschließend in die Liste eingetragen. Bereits 2022 war eine entsprechende Übersicht mit 314 Stellen an den Bürgermeister übergeben worden. „Leider wurden seither nahezu keine der vorgeschlagenen Plätze bepflanzt“, bedauerte der Vorsitzende.

Bei den folgenden Wahlen wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Ebenso einstimmig wurde Kassier Wolfgang Eppel nach seinem Kassenbericht und dem Bericht der beiden Kassenprüfer entlastet. Auch die Neuwahlen verliefen ohne Gegenstimmen.

Klaus Triebskorn bleibt Vorsitzender, Bettina Hauck wurde als seine Stellvertreterin bestätigt. Wolfgang Eppel bleibt Kassier, Walter Siegmund und Ulrike Grüning fungieren weiterhin als Kassenprüfer. Zu Beisitzerinnen und Beisitzern wurden Roland Obermeier, Hermann Scheuler, Sven Ruchti, Antje Buhtz-Pauly sowie Jolanta Nickel gewählt.

Für eine besondere Überraschung sorgte schließlich Bettina Hauck. Bis dahin war lediglich der Vorstand informiert gewesen: Als langjährige Kundin der EWS (Elektrizitätswerke Schönau) erwarb sie 2025 Genossenschaftsanteile dieses Ökostromlieferanten und -produzenten und wurde dabei zufällig die 15.000. Genossin.

Engerer Kontakt hat sich entwickelt

Daraus entwickelte sich ein engerer Kontakt zur EWS, der in einer großzügigen, zweckgebundenen Spende für die Pflanzung eines Tiny Forest mündete. „Natürlich möchten wir diesen am liebsten in Brühl pflanzen, damit seine klimaverbessernden Eigenschaften den Brühler Bürgern zugutekommen“, erklärte Hauck – und stieß damit auf breite Zustimmung unter den anwesenden Mitgliedern.

Als möglicher Standort ist derzeit eine Fläche neben der Realschule im Gespräch, der Schulverband hat der Nutzung dieser Fläche für einen Tiny Forest in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Nun müssen die Einzelheiten verhandelt werden. Ende Januar wurde zudem ein Social-Media-Film gedreht: Armin Komenda, einer der Vorstände der EWS, kam eigens nach Brühl, um symbolisch einen Spaten und eine Baumhasel im Topf für den Tiny Forest zu überreichen. Film und Pressemitteilung wurden den Mitgliedern präsentiert.

„Wenn es so weit ist, dann brauchen wir viele Helfer zum Pflanzen“, so Hauck im Film – und EWS-Vorstand Armin Komenda versprach, dann wieder nach Brühl zu kommen und tatkräftig mit anzupacken. Für den Umweltverein erfreuliche Aussichten im Jubiläumsjahr.zg/hef

Die Bebauung und Versiegelung muss ein Ende haben

20.07.2025 - Pressebericht an die Schwetzinger Zeitung

Umweltverein spricht sich gegen Bebauung in der Albert Bassermann-Straße aus

bild der natur bei der albert-bassermann-straße

Der Bestand an großen Bäumen, Büschen und Sträuchern stellt einen wichtigen Grünstreifen dar | Foto: Klaus Triebskorn

 

Brühl.

In einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung des Vorstandes des Vereins für Umwelt und Naturschutz Brühl und Rohrhof e.V. ist man empört über die Planung einer völlig unpassenden Bebauung. Der jetzige Bestand an großen Bäumen, Büschen und Sträuchern stellt einen wichtigen Grünstreifen dar, den es zumindest zum Großteil zu erhalten gilt. Denn dort hat sich eine im Laufe der Jahrzehnte eine artenreiche Natur entwickelt. „In der heutigen Zeit des Klimawandels ist es unabdingbar, diese Trennung von Gewerbegebiet zum vorhandenen Wohngebiet als Frischluftschneise zu erhalten und die Möglichkeit als CO2- Senke, Schattenspender, Temperatursenkung und Sauerstofferzeugung zu belassen. Doch vom notwendigen Erhalt der Artenvielfalt, die in diesem Gebiet derzeit stattfindet, will man in Brühl offensichtlich nichts wissen“, resümiert die 2. Vorsitzende, Bettina Hauck.

Letztlich zählt jeder Baum

Schwetzinger Zeitung vom 12.11.2024 - Von Marco Montalbano

Klimaschutz: Im Umweltgarten am Bachstückerweg entsteht ein Tiny Forrest

tf pflanzaktion 091124
Freut sich über viele Helfer: Vorsitzender Klaus Triebskorn ( l.). Antje Kieruj, Doris Scheuler und Jugendgemeinderat Arthur Böhme packen kräftig an. | Bild: Montalbano

 

Brühl. Es herrschte am Samstag höchste Betriebsamkeit im Umweltgarten im Bachstückerweg. Denn der Verein für Umwelt- und Naturschutz Brühl und Rohrhof hatte zur Pflanzaktion gerufen. Und über 40 Personen aus Brühl und Ketsch waren gekommen. Spätestens in fünf Jahren sollen dann Baumhasel, Wildapfel, Felsenbirne und andere Bäume und Sträucher – insgesamt über 200 verschiedene einheimische und klimaresistente Arten – ihren kostenfreien Weg in Gärten und Grünanlagen finden.

Dabei handele es sich laut Auskunft des Vereins um keine einmalige Angelegenheit. Denn durch die Weitergabe der Pflanzen und kommende Pflanzaktionen soll ein rollierendes System für steten Nachschub entstehen.

Klimawandel – und nun? Ein Zeichen dafür, wie eine Antwort darauf aussehen kann, liefert aktuell der Umweltverein. Denn bekanntermaßen absorbieren Bäume Kohlendioxid, geben dafür Sauerstoff ab, „bauen“ sich von selbst und kosten wenig, wie es der bekannte britische Umweltschützer und Aktivist George Monbiot auf den Punkt brachte. Im Rahmen seines Projekts „Miniwald, Mitmachgarten, Baumaufzuchtgarten, Lehr- und Informationsgarten“ entsteht jetzt ein Tiny Forest im Bachstückerweg.

Zwei Eichen finden den Weg in die Anton-Bruckner-Straße

Umweltverein nimmt weitere Pflanzungen auf privatem Grundstück vor

Foto der Baumpflanzung in der Anton-Bruckner-Strasse mit den Vorstandsmitgliedern Klaus Triebskorn und Roland ObermaierEine der neu gepflanzten Stieleichen in der Anton-Bruckner-Straße, mit den Vorstandsmitgliedern des Vereins, v.l. , Roland Obermeier, Klaus Triebskorn
Foto: Sabine Triebskorn

 

Brühl. Diesmal waren es Stieleichen, die im hinteren Teil des Grundstückes und im Vorgarten ihren endgültigen Standort gefunden haben. Damit wurde ein weiterer kleiner Schritt in eine künftige klimagerechte Entwicklung in die Wege geleitet. Die Stieleiche war „1986 der Baum des Jahres“ und hat nun die Aufgabe, mit dem jährlichen Zuwachs CO2 aufzunehmen, Sauerstoff zu produzieren und Insekten einen Unterschlupf zu bieten. Für ihre Aufgabe als Schattenspender und spürbare Temperaturabsenkung werden allerdings noch einige Jahre Wachstum nötig sein, denn „Eichen gehören nicht zu den schnell wachsenden Bäumen. Aber ihre Eignung in den künftig zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels ist unumstritten“, erläutert Klaus Triebskorn, der zusammen mit Roland Obermeier und Sabine Triebskorn als Fotografin die Pflanzung durchführte.

Ihr Herz schlägt für stachelige Gesellen

Schwetzinger Zeitung vom 19.03.2025 - Von Rolf Simianer

Umweltverein: Ein gut besuchter und spannender Vortrag zur Rettung von Igeln von Elke Singer im evangelischen Gemeindezentrum.

20250319 sz braunbrustigel

Braunbrustigel wie dieses Exemplar benötigen immer öfter Hilfe von Menschen, um zu überleben. | Foto: dpa

 

Brühl. „Lotte“ hatte ihr Herz berührt: Ende 2023 fand Elke Singer aus Brühl das untergewichtige Igelmädchen und päppelte es unter Anleitung eines igelkundigen Tierarztes bei sich zu Hause auf. Seitdem ist die Berufsschullehrerin eine bekennende Freundin hilfsbedürftiger Stacheltiere.

„Sind sie noch zu retten, unsere Igel?“ – Mit dieser Frage überschreibt die Referentin ihren Vortrag im gut gefüllten Saal des evangelischen Gemeindezentrums. Obwohl die Tierart seit mehr als fünfzehn Millionen Jahren in Europa heimisch ist, hat der Mensch den Braunbrustigel innerhalb von 70 Jahren an den Rand des Aussterbens gebracht.

Die intensive Landwirtschaft und der damit einhergehende Insektenschwund zerstören vielerorts seine Lebensräume und Nahrungsgrundlage. Aber auch ausufernder Städtebau, Straßenverkehr, die Vermüllung der Landschaft und Lichtverschmutzung tragen scheinbar unaufhaltsam zum Verschwinden der Igel bei.

Filmische Reise durch die Naturräume

Ankündigung in der Schwetzinger Zeitung, 3.1.2024 - Von zg/ras

Beim Themenabend vom Verein für Umwelt- und Naturschutz sowie dem Grünen Gockel der evangelischen Kirchengemeinde werden deutsche Lebensräume von den Bergen bis zum Meer vorgeführt. Der Film stammt vom mehrfach ausgezeichneten Jan Haft.

heimat natur schmetterlingeBläulinge – so heißen diese Schmetterlinge – trifft man auf fast jeder blütenreichen Wiese an. In dieser Einstellung aus dem Dokumentarfilm
schlafen zwei von ihnen auf dem Heidekraut. © NAUTILUSFILM

Brühl. Der Brühler Verein für Umwelt- und Naturschutz veranstaltet zusammen mit dem Grünen Gockel der evangelischen Kirchengemeinde am Mittwoch, 17. Januar, ab 19 Uhr einen Filmabend mit einem Dokumentarfilm von Jan Haft. Unter dem Titel „Heimat Natur“ werden deutsche Lebensräume von den Bergen bis zum Meer im evangelischen Gemeindezentrum in Brühl vorgestellt. Der Film ist gefördert von der Heinz-Sielmann-Stiftung.

„Heimat ist da, wo wir aufwachsen oder uns dauerhaft niederlassen“, sagt der mehrfach ausgezeichnete Regisseur und Kameramann über das spannende Thema, „und diese Heimat ist stets auch von Natur geprägt – diese verändert und gestaltet der Mensch heute mehr als jedes Naturgesetz“. Entstanden ist innerhalb von eineinhalb Jahren Drehzeit eine „bildgewaltige Reise durch die Natur“, mit außergewöhnlichen Aufnahmen einer Tier- und Pflanzenwelt von ihrer schönsten Seite, heißt es in der Ankündigung.

„Ein Abend mit Fledermäusen“ – Ferienprogramm zu ungewöhnlicher Tageszeit…

Bericht für die Brühler Rundschau, 18.08.2023 - Von Bettina Hauck

Plakat Fledermausführung Können Fledermäuse auch in der Sonne fliegen? Sind Fledermäuse blind? Womit werden kranke Fledermäuse in den Fledermaus Auffangstationen gefüttert? Darf man eine Fledermaus als Haustier halten? Wie viele Junge bekommt eine Fledermaus? – Beim Ferienprogramm des Umweltvereins und des Grünen Gockels „Ein Abend mit Fledermäusen“ gab es viele gute und interessante Fragen der teilnehmenden Kinder. Etliche hatten auch schon Vorkenntnisse zum Thema, wie Gabi Parthenschlager vom NABU Mannheim, ehrenamtliche Artenschutzfachberaterin im Fledermausschutz, erfreut und beeindruckt feststellte.