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Der Umweltverein und der heiße Messplatz

Schwetzinger Zeitung – 11.08.2026

Mit einem SMART MOB macht der Verein auf die komplette Versiegelung, Hitzeentwicklung und Untätigkeit der Gemeinde aufmerksam.

Brühl.
HALT, so geht es nicht weiter. Das ist die Aussage des Vereins für Umwelt und Naturschutz Brühl + Rohrhof e.V. zum derzeitigen komplett versiegelten hinteren Messplatz an der Friedreich-Ebert-Straße. Mit ca. 2200 qm eine riesige Hitzequelle an den heißen Tagen.

Der Platz dient vorwiegend als Parkplatz für Firmenfahrzeuge, wird nur an drei Tagen Kerwe für dir gesamte Bevölkerung genutzt, ist ferner Verkehrsübungsplatz für Fahrradprüfungen an 8 Vormittagen pro Jahr. Er heizt sich im Sommer zum Kochen auf, eine äußerst lebensfeindliche Fläche. Und wenn es mal regnet, geht alles in den Kanal. Dabei sollten alle Kommunen wissen, dass die Ableitung der Niederschlagswasser in die Kanalisation kein Zukunftsmodell ist. Andere Gemeinden und Städte haben das erkannt und reagieren. Stichwort „Schwammstadt“. Selbst Reilingen ist da schon weiter und hat hier investiert. Der Franz-Dörfler-Platz profitiert von einem integrativen Regenwassermanagement, eine dezentrale Baumbewässerung. Spezielle Drainfix-Clean-Rinnen – und man horche auf:  Bäume mit “Wassersäcken“.

Und nun der „SMART MOB“ des Umweltvereins

Mitglieder und Freunde des Vereins trafen sich kurzfristig und spontan zu einem Fototermin für eine zielgerichtete Aktion mit umweltpolitischem Hintergrund.

Dazu wurde das originale „HALT“- Schild aus vergangener Zeit (heute das 6-eckige Stop-Schild) in den Mittelpunkt genommen. Mit dem Ziel, auf kritische Strukturen und Zustände in der Gemeinde aufmerksam zu machen. Das betraf in diesem Fall aktuell versiegelte Flächen, die gerade im Sommer zu erheblichen Überhitzungen des Asphalts führen und die innerörtlichen Temperaturen in die Höhe treiben. Da sind 60-70 Grad auf dem Messplatz messbar und schnell erreicht. Zur Aktion äußerten sich auch Anwohner zu der erheblichen Aufheizung des Platzes im Sommer und monierten die fehlenden Bäume.  Zudem läuft das Niederschlagswasser ungehindert in die Kanalisation. Das wiederum wird zum Risiko bei Starkregenereignissen – für die Keller und den Hochwasserschutz. Um all dem entgegenzuwirken, sieht der Umweltverein vor allem die Möglichkeit mit Baumpflanzungen eine Wiederbelebung, Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch Beschattung, Temperaturabsenkung und Wasseraufnahme zu erreichen. Und natürlich mit Bäumen auch die Schaffung von CO2- Speichern. Die eine oder andere Bank unter beschattenden Bäumen könnte für viele Bürger ein lang ersehnter und willkommener Treffpunkt werden.

Viel Asphalt und keinerlei Schatten auf dem Messplatz. Das könnte mit Bäumen anders sein. Bild: A. Haase

Es gab schon vor 10 Jahren ein Gemeindeentwicklungskonzept – Voraussetzung für die Genehmigung des Landessanierungsprogramms Hauptstraße II. Da wurde mit einer Bürgerbeteiligung u.a. die Umgestaltung des Lindenplatzes und dieses Messplatzes besprochen und als Vorhaben eingereicht. Aber wie zu sehen ist – wurde bis heute nichts umgesetzt.

Zur Aktion gleich mehrere mögliche Varianten einer künftigen Umgestaltung mitgeliefert

Unter Berücksichtigung der Nutzung für Kerwe, Parkplätze und Fahrradprüfung wurden mit Hilfe von KI gleich mehrere Varianten der Umgestaltung erstellt und zur Aktion aufgezeigt. Für jede Baumbepflanzung kam eine Baumscheibe von 4 qm in Frage. Somit fielen an nutzbarer Fläche für Parker und Wege netto gerade mal 96 qm weg – von 2200 qm.

Der Umweltverein bietet dazu seine Mitarbeit der Gemeindeverwaltung Brühl bei der planerischen Umsetzung der Ideen an. Kt