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Im Brühler Steffi Graf-Park entdecken die Kinder viele Fledermäuse

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Schwetzinger Zeitung  –  15.9.2026  –  Von Ralf Strauch

Expertin Gabi Parthenschlager vom Naturschutzbund informiert beim gemeinsamen Projekt von Umweltverein und „Grünen Gockel“ über die Welt der kleinen Flattertiere

Brühl. Was haben der Pappkern einer Klopapierrolle und eine Zwergfledermaus gemeinsam? Das Gewicht: Beide wiegen etwa vier Gramm – und ein Zwergfledermausbaby bringt es gerade mal auf 0,7 Gramm. Solche Informationen rund um Fledermäuse gab es für die Jungen und Mädchen beim Ferienprogramm des Umweltvereins und des „Grünen Gockels“ der evangelischen Kirche. So erfuhren die Kinder auch, dass es 25 verschiedene Fledermausarten in Deutschland gibt.

Ein Teilnehmer fragte: „Stimmt es, dass Fledermäuse den Menschen in die Haare fliegen?“ Nein, lautete die Antwort von Expertin Gabi Parthenschlager, „das wäre eindeutig ein Bruchpilot oder höchstens ein noch sehr flugunsicheres Jungtier in der Übungsphase“. Normalerweise erkennen die Tiere durch die im Ultraschallbereich ausgesendeten Signale und deren Echo sehr gut, genau und blitzschnell ihre Umgebung – auch, wenn es dunkel ist. Dadurch komme es zu keinen Kollisionen. Weder mit Menschen noch mit Bäumen, Häusern oder sonstigen Hindernissen. „Im Gegenteil: Die Fledermäuse sind beeindruckende Flugkünstler, die im Flug Insekten fangen.“

Beim Ferienprogramm „Ein Abend mit Fledermäusen“ gab es viele interessante Informationen über die faszinierenden Tiere. Parthenschlager vom Naturschutzbund Mannheim, ehrenamtliche Artenschutzfachberaterin im Fledermausschutz, war zusammen mit Anna de Voogel und Ralf Hahn nach Brühl gekommen, um ihr umfangreiches Fachwissen mit den 23 teilnehmenden Kindern zu teilen. Einige waren schon bei früheren Fledermausabenden dabei gewesen und entsprechend viel wussten manche auch schon über die sehr kleinen und leichten Säugetiere, denen noch immer so mancher leicht gruselige Ruf anhaftet.

Wohnungsnot und Insektenmangel setzen Fledermäusen zu

Dabei sind sie überhaupt nicht gefährlich, sondern eher gefährdet: So leiden sie zunehmend unter Wohnungsnot, obwohl sie wirklich nur sehr wenig Platz brauchen. Wo ein Daumen hineinpasst, da passe auch eine Fledermaus hinein, erklärte Parthenschlager.

 

Die Kinder erfahren von Gabi Parthenschlager viel Wissenswertes über Fledermäuse.
© Bettina Hauck

Weil aber bei modernen Häusern nicht mehr so viele Spalten und Ritzen zu finden seien, könne es in Sachen Fledermauswohnungen schon mal eng werden. Und auch mit der Nahrung kann es schwierig werden, weil es immer weniger Insekten gibt. Denn so klein so ein Tierchen ist, es kann bis zu 4.000 Insekten in einer Nacht verspeisen.

Der Abend fand erstmals im Steffi Graf-Park statt und die Anwesenden wurden dort nicht enttäuscht: Als der theoretische Teil beendet war und es zunehmend dämmeriger wurde, bekamen die Kinder sogenannte Bat-Detektoren in die Hand, kleine Geräte, die Ultraschalllaute für Menschen hörbar machen, und ab da konnte man die Fledermäuse nicht nur sehr gut sehen und beobachten, sondern auch hören.